Donnerstag, August 28, 2008

ZDF-Theaterkanal: Samuel Beckett - Warten auf Godot

ZDF-Theaterkanal, der unterschätzte Sender!

Warten auf Godot

Schauspiel von Samuel Beckett
Schiller-Theater Berlin, 1976
Schauspiel
Soziale Beziehungen allgemein
BRD
Estragon - Horst Bollmann
Wladimir - Steafan Wigger
Lucky - Klaus Herm
Pozzo - Carl Raddatz
Ein Junge - Torsten Sense

Bildregie: Walter D. Asmus
Inszenierung: Samuel Beckett
Wladimir und Estragon, zwei Landstreicher, sind auf ein düsteres, ausgestorbenes Plateau ausgesetzt. Sie warten auf ,,Godot", von dem niemand weiß, ob und wo er existiert. Jeweils am Schluß der beiden Akte des Stückes vertröstet ein kleiner Bub die Vagabunden, daß Herr Godot morgen ganz bestimmt eintreffen werde. Das Ende rollt immer wieder zum Beginn zurück - ein Kreislauf des absoluten Stillstands: der Mythos von Sisyphos"- bei Camus hat sich hier zum szenischen Alptraum verdichtet. In diese hoffnungslose, vom unaufhörlichen Selbstbetrug aufrecht erhaltene Welt bricht Pozzo ein, das Sinnbild brutalster Gewalt, der sein Opfer Lucky, die tiefste Entwürdigung des Menschen, an der Leine mit sich führt. Auf Befehl muß dieses menschliche Wrack ohne Sinn und Ausdruck - eine Wortflut unzusammenhängender Begriffe von sich, Sprach-Kehricht zerbröckelnde Sinnbild-Abfälle unserer Kulturüberlieferung, ein gespenstisches Chaos unausgegorener Möglichkeiten und letzte Abbauteilchen einer atomisierten Geisteswelt. Die Landstreicher schließen sich dem seltsamen Paar nicht an, das in quälend er Gegenseitigkeit Godot in sich gefunden hat. Wladimir und Estragon warten weiter, bewahren sich die Unschuld des Untätigseins, indem sie Verantwortlic hkeit und Rechtfertigung für sich und die Welt ins Unfaßbare - Godot - proji zieren. Dieses Stück läßt die gegensätzlichsten Deutungen zu. Schon lange wird gerät selt, ob Godot Gott oder das Nichts, Schuld oder Erlösung bedeuten soll. Man darf diese Parabel nicht zu sehr konkretisieren, sondern sie als das nehmen , was sie wörtlich ist: eine düstere Clownerie, daß heißt ein Versuch, sich selbst durch zaghaftes Lachen Mut zu machen vor dem Unbegreiflichen. Was 1952 als rätselhaftes Stück der Avantgarde galt, ist heute schon ein Kla ssiker. Für den Theaterkritiker Joachim Kaiser ist Beckett (Nobelpreis 1969) ,,der größte Dichter unserer Jahrzehnte". Beckett, der am Berliner Schiller -Theater seine eigenen Werke mit großem Erfolg inszenierte, garantiert eine authentische Interpretation des Werkes.


Termine

Do, 28.08.2008 22:45 Uhr(119 min.)
Sa, 30.08.2008 23:55 Uhr(119 min.)

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