Mittwoch, September 03, 2008

Unwissen ohne Scham: "Doof ist cool"

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Es gibt keinen Grund zur Überheblichkeit gegenüber unseren "Freunden":

Heise online 05.05.2008 10:14



"Doof ist cool" im modernen Amerika

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Wer Präsident der USA werden möchte, muss ein Volk voller Unwissender gewinnen. Heute glauben laut Newsweek mit 41 Prozent mehr US-Bürger denn je allen Ernstes, dass Saddam Hussein in die Anschläge vom 11. September 2001 verwickelt gewesen sei. Rund 40 Prozent der Amerikaner unter 44 Jahren haben 2007 kein einziges Buch gelesen. Etwa ein Drittel der jungen US-Bürger können weder den Irak noch den Bundesstaat New York auf einer Landkarte zeigen. Etwa gleich viele haben nicht einmal eine ungefähre Ahnung, wann der Bürgerkrieg (1861-1865) die Nation in ihr schrecklichstes Blutbad riss.[...]


Es gebe fast einen "Kult der Blödheit". Die Lust der Jugend an Videospielen und Internet-Plattformen verstärke nur den Trend zu Verflachung und Verdummung. "Doof ist heute cool", meint Jacoby.

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Die "Netzkultur macht uns zu einer Nation der Unwissenden", warnt er. "Eine Technologie, die schlauer machen, die Sinne schärfen und die Sprachfähigkeiten entwickeln sollte, hat genau den gegenteiligen Effekt." Kein Wunder, dass auch keine Altersgruppe so wenig wähle wie die der jungen US-Bürger.

In einem Land, in dem Unwissen zunehmend als gesellschaftlich akzeptabel gilt, scheint es besonders gewagt herauszuragen. Der Demokrat Barack Obama bekam jüngst zu spüren, wie wirkungsvoll der Vorwurf ist, wegen einiger nachdenklicher Sätze über Religion und Waffen als arroganter "Elitist" angegriffen zu werden. "Eines der gefährlichsten Vorurteile, mit denen man einen Politiker etikettieren kann", so Jacoby. Dabei offenbart Obama, Einser-Jurist aus Harvard, durchaus häufig Wissenslücken: Kürzlich kündigte er einen Besuch beim "Präsidenten Kanadas" an – den es gar nicht gibt.

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Nur scheint Unwissen weniger denn je Scham hervorzurufen. 

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